Künstler/innen 2014

Künstler/innen Kunstfolgen 1.0 in Worpswede

Die Motivauswahl der Bremer Fotokünstlerin Gaby Ahnert ist sehr vielfältig. Sie sieht die Fotografie als Sprache und Ausdrucksweise in Schwarzweiss als auch in Farbe.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Stilleben. Durch Reduzierung erreicht Sie die gewünschte Komposition und somit ihre gewünschte ästhetische Wirkung. Die gezeigten Bilder beschreiben so die gezeigte Situation vor der Kamera als auch das innere Bild der Fotografin als ihren Seelenspiegel.
Ihr Motto: Loslassen, die Augen öffnen und durch den Sucher entdecken!

Angelika Elsner, geb. 1951. Die Fotografin und Malerin lebt und arbeitet in Bremen und ist freischaffende Künstlerin seit 1991.

Ein Bild entsteht in jedem beliebigen Augenblick. Beim Träumen, Suchen, Fotografieren, bei der Verwandlung am Computer und bei der Entscheidung, aus der Begegnung mit dem kleinen
Unscheinbaren ein neues Werk entstehen zu lassen.

In der Fotografie kommt es darauf an zu sehen, den Augenblick
zu erfassen und zu isolieren.
So entsteht eine eigene Wichtigkeit, ein ‚Bild’.

In den Malprozessen setzt Angelika Elsner Ihre eigene gesehene Bilderwelt um und lebt Ihre Sehnsucht nach Farbe aus.

Sie versucht, Fotografie und Malerei spannungsreiche Verbindungen eingehen zu lassen. Die Malerei verschafft Ihr die Lust, spielerisch mit Licht, Farbe und Material umzugehen.

Chia Raissa Gildemeister, geboren an der Cote d‘Ivoire (Elfenbeinküste), arbeitet seit vielen Jahren als Künstlerin in Deutschland.

In ihrem Atelier im Künstlerdorf von Worpswede bei Bremen gestaltet Sie afrikanische Collagen, Bilder, Zeichnungen, Skulpturen, Plastiken und Installationen. Die Werke bringen immer wieder den Menschen in den Vordergrund und sind stark von den Stilen der Korhogo-Region in der Nord-Elfenbeinküste inspiriert. Leuchtenden Farben, natürliche Materialien wie Sisal, Baumwolle und Henna sind Grundstoffe der Bilder.

Reduzierte, kräftige Formen und eine klare Symbolik zeichnen die afrikanischen Gemälde aus. Chia Raissa Gildemeister fand nach ihrem Journalismus-Studium in Westafrika zur Kunst und ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e.V. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland präsentiert und erschienen in unterschiedlichen Presseberichten.

Charlotte von Heise, Jahrgang 1966, lebt und arbeitet als Bildwerkerin, Autodidaktin in Beverstedt.

Nach zahlreichen erfolgreichen Einzel- und Gruppenausstellungen von 2006 bis heute, initiierte sie – gemeinsam mit der Künstlerin Gaby Ahnert – die 2014 erstmals erfolgreich durchgeführte Ausstellung „Kunstfolgen 1.0“, die nun in die zweite Runde geht.

Sie beschäftigt sich mit Objekten und Digital Work, der digitalen, künstlerischen Bearbeitung ihrer Fotos und gibt sich dabei ihrer Vorliebe für bunte, wirre Sachen hin. „Wenn ich nicht kreativ bin, explodiere ich innerlich“, beschreibt Charlotte von Heise ihren unerschöpflichen Schaffensdrang. Einen Rückzugsort hat sie in ihrem Heimatort Heise, einem kleinen Dorf, das zur Gemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven gehört. Hier lebt sie in einem der ältesten Häuser des Ortes.

Hilmar Jess: Meine Leidenschaft für Comics und Sci-Fi wurde vor 30 Jahren geweckt. In einer Dachkammer fand ich Hunderte von Comics und Perry Rhodan Hefte. Die Helden zogen mich in ihren Bann. 30 Jahre später. Die Anziehungskraft von Andy Warhol eröffnen mir neue künstlerischen Wege. Sein unermüdliches Bemühen, inspirieren mich, Träume in die Realität zu holen. Leidenschaft als Weg. Der einzige Weg. Die Kunst für die Kunst auf höchster Flamme zu brennen.

In meinen Arbeiten erforsche und spiele ich mit den Grenzen des Polarisierens. Ich wehre mich nicht mehr gegen den gewaltigen Sog durch die Prägung von Comics und Sci-Fi, sondern im Gegenteil, ich nutze sie, um in meinen Arbeiten Dinge und Ereignisse noch bildhafter und übertriebener gestalten zu können.

Bei meinen digitalen Werken arbeite ich genauso wie bei meiner Bildhauerei. Kopf leeren, nur Impulsen folgen, die mich wirklich faszinieren. Spontane Gedanken sind mir wichtiger als vorher festgelegte Konzepte.

Jens Heller begann seine künstlerische Tätigkeit früh mit Performances, Interventionen im öffentlichen Raum und abstrakt–expressionistischer Malerei. Nach einigen Jahren entstand dann aber eine klare
figurative Arbeitsweise, die sich zunehmend inhaltlich und handwerklich der klassischen Malerei verpflichtet fühlt.

Der/die Betrachter/In ist aufgefordert, aus den dargebotenen Elementen eine eigene Geschichte zu formen. Dennoch bleibt der Riss zwischen den Dingen, und in diesem liegt das mit Worten nicht Aussagbare, das Abstrakte oder Metaphysische, das auch für die sog. „gegenstandslose“ Malerei immer Triebfeder war. Die Dinge scheinen in der „Realität“ auf und verdecken doch das „Dahinter“, die geheimen Zusammenhänge oder das blanke Nichts.

In den letzten Jahren entwickelte Heller mehrere Themenkreise, darunter die „Archonten“, das „Volk der Igel“, „Europa“. Zunehmend fließt dabei seine Auseinandersetzung mit manieristischen Ausdrucksweisen ein. Und auch „abstrakte“ Formen finden auf die Leinwand zurück, allerdings nur als Erinnerung und Gegenpart zur „Imitatio“.

Gerd Matthias Kaiser (MatKa) arbeitet mit verschiedenen Materialien zumeist aber mit Metall und Holz. Die Arbeiten sind grundlegende Auseinandersetzungen mit der freien bildhauerischen Form. Ob es um meditative Variationen gleicher Elemente geht oder die Auflösung eines kompakten Blocks oder die Verbindung nicht sichtbarer Punkte zu einem neuen skulpturalen Raum. Ob konkret oder konzeptionell, das Ausloten der Möglichkeiten die sich als Antworten auf seine inneren Fragen ergeben ist der fruchtbare geistige Boden seiner Arbeiten.

Seine Arbeiten aus Multiplex sind abstrakte, klare Werke und basieren auf komplexen Arbeitsvorgängen. Die Zeichnung am Computer, das langwierige, aufwändige manuelle Umsetzen reizen das Material bis an die Grenzen und zeigen ein bezauberndes Spiel der Schichtungen. Struktur, Drehung und die Mitte sind zentrales Thema des Künstlers. Zum einen kreist es aus der Mitte um sich selbst wie eine Spirale , eine tänzerische Bewegung , ein Kreis. Zum anderen wird die Mitte aufgebrochen, durchschlungen oder durch Entfernen und Doppelung hervorgehoben.

Bei manchem Betrachter habe ich Bewegungen wahrgenommen die den gleitenden Schwung der Objekte nachvollzieht. Experimentierfreude, Neugier und die Möglichkeit neue Verbindungen in Gedanken und Tat entstehen zulassen gepaart mit einem schöpferischen Willen, der Rückschlägen und verzweifelten Arbeitsmomenten trotzt, sind Kräfte seines Künstlerseins . (PAW-2014)

Silke Mohrhoffs Schläfer sind magische Figuren, die Menschen in ihren Bann ziehen und auf unterschiedlichen Ebenen berühren. Traumgeburten, die mit überraschender Selbstverständlichkeit vor einem Schlafen und durch ihre ausdrucksstarken Gesichter eine enorme Präsenz entfalten. Zum einen fühlt man sich ihnen hingezogen, möchte sie beschützen und sie in ihrem Schlaf nicht stören. Zum anderen stoßen sie aufgrund ihrer Körperlichkeit ab, machen mitunter Angst. Die Schläfer stört dieser Moment überhaupt nicht. Sie ruhen in ihren Behausungen oder Haarhüllen und werden gehalten durch ihre, fast wie Kleidung anmutenden, Umschnürungen.

Sind sie wach oder schlafen sie? Leben sie oder sind sie bereits gestorben? Ist es ein Traum oder Realität? Ist die Angst vor der Angst größer oder darf der Schläfer diese ein Stück tragen? Aufgrund ihrer Größe, der zarten Gesichter oder der Tiefe ihrer Behausungen muss man etwas näher an die Schläfer herantreten, um sie genau betrachten zu können. Man betritt mit dieser Nähe einen anderen Raum. Eine intime, andere Welt. Ist es ihre Welt? Oder betreten die Schläfer die Welt des Betrachters? Und was für eine Welt ist das? Ist das die Gegenwart der Vergangenheit in den Erinnerungen? Dieser unfassbare Zwischenaugenblick /Zwischenwelt wird durch die Schläfer sichtbar und spürbar. Sie übermitteln Botschaften, die keine Worte haben.

Saskia Kunz, geb. 1982, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Bremen. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit sind die Acrylmalerei sowie Aquarell und Zeichnung. Das Thema „Mensch“ wird in ihren Arbeiten auf unterschiedliche Weise umgesetzt.

Inspirieren lässt sie sich durch das Beobachten von Mensch und Umgebung – auf der Suche nach der Essenz aus Gesprächen, Erzählungen und Gelesenem sowie dem „Wesen“ der Menschen und Dinge. Dabei entstehen unwirkliche Szenen, in denen die Akteure mal den Gesetzen der Schwerkraft trotzen und sich dann wieder in überdimensionierten Welten befinden, in denen die uns bekannten Proportionen außer Kraft gesetzt sind.

christoph sprute

klare linien und ruhige formen prägen meine arbeiten. ich arbeite mit holz und stahl vorwiegend am thema gestalt und raum, sowie an der beziehung zwischen material und form. dabei bediene ich mich vorwiegend einfacher geometrischer formen wie würfel und solcher die aus der natur entnommmen sind.

das dabei verwendete das holz soll so weit wie möglich seinen urspünglichen charackter bewahren. natürliche prozesse, wie risse, verformungen usw., die bei der bearbeitung von grünem holz stattfinden, fließen in die arbeit ein und sind kalkulierter bestandteil von ihr. im gegensatz dazu stehen meine arbeiten aus stahl. sie bestehen nur aus einfachsten geometrischen formen die kombiniert und zum teil verschachtelt werden. in den arbeiten die aus holz und stahl bestehen versuche ich beide komponenten in form und material in einen zusammenhang oder dialog zu bringen.

1995 war Ute Spinglers Diplom-Thema an der HFK Bremen „Bewegung und Dynamik“, inzwischen malt sie beim Turniertanz, Tangofestivals und extravaganten Fetischbällen. Die Bewegung zum Ausdruck bringen, ist ihre Herausforderung. 2003 entstand das ihre Arbeiten prägende „Tango-Live-Painting“. Der Name bezieht sich sowohl auf den Tanz also auch auf den Wortursprung tangere = berühren. Berührend ist auch „Bringe Dein Herz zum singen“, inspiriert von Vorträgen von Robert Betz über Herzensenergie und Lebensfreude. Eine Frau steigt wie Phönix aus der Asche und öffnet sich dem Himmel.

Die Arbeiten entstehen live, einige werden im Atelier ergänzt, z.B. mit kalligrafischen Texten oder Fotografien, wie „Trixie aus St. George“ aus ihrer Zeit im kultigen Hamburg-St. Georg, wo edles Glamour des Atlantic auf das Rotlicht-Millieu des Hansaplatzes trifft. „Lustwandlungen – vom Eros im Schlafrock bis zum fesselnden Tanz auf dem Vulkan“ lautet das Thema einer Ausstellung auf der Hamburger Reeperbahn.

Von Kiez bis Kirche, von Eros bis Eso: schillernde Persönlichkeiten und bizarre Szenen fordern Ute Spingler heraus, im dunklen eines Varieté-Theaters, bei einer spirituellen Zeremonie oder hier in Worpswede, das erlebte in diesem Moment zu Papier zu bringen.

Petra A. Wende

Die oft klassisch anmutenden, figürlichen Arbeiten sind von intensiver psychischer Ausstrahlung und erzählerischem Moment. Es sind sehr poetische Werke. Charakteristisch sind aufgebrochene Oberflächen strukturiert mit archaischen /modernen Elementen. Auffällig ist die feine, fast zärtliche Darstellungsweise. Es ist ein experimentelles wie klassisches Arbeiten, ein Ausloten von Grenzen sowie eine Verweigerung der Kategorisierung. Öfters entstehen Interpretationen von literarischen Werken und Persönlichkeiten. Material ist vorrangig Bronze, Beton, Aluminium, Keramik. Öffentliche und private Ankäufe In- und Ausland.

Christian Meier wurde 1968 in Hamburg geboren. Sein Gesamtwerk lässt sich hauptsächlich in drei Gruppen einteilen.

Da wären als erstes die Landschaftsgemälde zu nennen, von denen ein Teil in Öl auf Pappel, oder Leinwand, ein anderer Teil aus raschen, scheinbar dahingeworfenen Aquarell/Federzeichnungen besteht. Vor allem die Ölgemälde sind für Christian Meier nicht nur bloße Abbildung des Gesehenen, sondern eher wie eine Metapher des Lebens mit all seinen Stimmungen, positiven und negativen Erfahrungen. Helles Licht, Schatten, klarer Himmel oder feuriger Sonnenuntergang. Wie in der Romantik soll das Dargestellte eine Art Stimmungsbild abgeben.

Neben den Landschaften gibt es auch eine Vielzahl an Zeichnungen, die menschliche Absurditäten im weitesten Sinne zum Thema haben. Oftmals verstörend, auf den ersten Blick scheinbar unverständlich, aber auch humorvoll Christian Meier versteht diese Bilder als eine Art Tagebuch.

Der dritte Teil besteht aus auf Holz gemalten, geklebten, getackerten, genagelten, gefundenen Puppen, Plastiktieren usw., die jeweils mit einem Kommentar versehen werden, so wird das scheinbar Nutzlose in einen neuen Zusammenhang gestellt. Christian Meier lebt und arbeitet in Hamburg-Finkenwerder.

Meike Zopf

Sicher: Immer setzen wir Maßstäbe und Urteile ein und legen Richtungen fest. Nie sind wir ganz frei. Dennoch: Im Umherschweifen liegt mitunter keine Fixierung, sondern lediglich ein unspezifischer Gedankenfluss und ein Treiben im Meer der visuellen Reize. Sie bilden dann den Grund des Schauens. Der Poesie und dem Traum, der gedankenverlorenen Sequenz gelingt es, Bilder und Räume, Zeiten und Personen im relativen Sinne mit allem zu mischen und zu verbinden. Die Kraft der Assoziation bildet dann den zaghaften Rahmen für eine nachfolgende Metaphernbildung, die nie ganz genau sein kann und es auch nicht muss. Diese Offenheit dem Geschehenen und Gesehenen gegenüber ist eine grundsätzlich andere als die schwierige und schmerzhafte Verkettung der Psychose. Wahn und Alptraum sind verschwägert, aber nicht verschwistert.

Körper und Häuser besitzen Fassaden, bilden ein Außen und ein Innen ab. Die Projektionen des Blickes müssen zunächst die Außenhaut abtasten und häufig an ihr abprallen. Erst in der Erfahrung, dem Dialog und später dann im Diskurs formt sich das Urteil. In der paranoiden Logik steht vorher fest, was geschieht, was zu erwarten ist und vor allem was geschehen soll. Die Vorstellung drängt gleichermaßen nach Interpretation und Vollzug: weshalb sich das vermeintliche Geschehen auch häufig in der selbstgeschaffenen Realität bestätigt.

Alle anderen müssen Phantasie, Vorurteil, Annahme, Unterstellung, Abscheu, Sehnsucht, Neid, Hoffnung, Wunsch und Wirklichkeit miteinander abgleichen und relativieren, dann in Worte fassen und wieder korrigieren. So stehen wir fest auf schwankendem Grund, setzen unsere Fundamente und müssen dennoch immer mit dem Einsturz der Konstruktionen rechnen.

Yngve Torben Lange, Baujahr 1964 in Bremerhaven.

Die beste Straße aus Bremerhaven führte nach Hamburg – direkt auf den Kiez, um an der Welt zu schnuppern. Riechen reichte nicht – und darum dann als Reisender und Lebender mit Zwischenstationen auf Schiffen und in Wäldern und Mooren bis zur jetzigen Interimsheimat auf dem Hochseekraftort Helgoland zu kommen. Hier kam die Zeit für Bilder.

Großformatige Panoramen der Hochseelandschaft von risikobehafteten Standorten zu Unzeiten erstellt sind die künstlerischen Umsetzungsmechanismen. Ebenso sind kleinste Detailaufnahmen und unkonventionell komponierte Stillleben Teile der technisch anspruchsvollen Bilderarbeit. So klein die Insel – so klein die Arbeitsgalerie auf Helgoland, um die Interessierten abseits der Gästeströme mit Bildwerk zu versorgen. Bilder in der Landschaft zu zeigen, ist eine Herausforderung, der mit entsprechender Materialauswahl begegnet wird – in diesem Fall mit bedruckter Plane auf flexiblen Bambusstellagen

Moni Exner

Raumspannung im Dickicht Die Inspirationen zu ihren Bildern findet Moni Exner in der Natur, im Formenreichtum der Botanik. Für die neuen Arbeiten läßt sie sich auf ihren Streifzügen von der Flora verführen. Nicht nur die Pflanzenwelt, auch deren Schattenspiele, Raumspannungen im Dickicht oder gar Spiegelungen im Wasser, sind Stoff für die Inspirationen. Spannend findet sie dabei haptisch erfahrbare Texturen sowie den Makroblick auf
Vegetation und deren vielfältige grafische Erscheinung.

Moni Exner analysiert und filtert in ihrem Arbeitsprozess Eindrücke, die sie mit Augen, Skizzen oder Kamera eingefangen hat und transportiert sie in kraftvollen Farbkompositionen auf die Leinwand. Die floralen Formen werden frei interpretiert zu einer eigenen Bildsprache. Das Malen gestaltet sich zu einem spannungsvollen Dialog zwischen Loslassen, Fallenlassen und rationaler Kontrolle. So enthüllen die Bilder am Ende Dinge, die beim ersten Blick verborgen waren.

christian plep

„die monochrome facette, die seit einiger zeit in meinen werken erscheint, zeigt mir meine sehnsucht nach stille und ruhepolen in dieser unruhigen und immer lauter werden welt um uns.“ ich habe nie „schön“ oder besonders bunt gemalt; meine bilder reifen und wachsen [oft über jahre] in einem steten prozess der veränderung. durch die übereinanderliegenden farbschichten bleibt dieser malerische prozess immer noch im bild präsent. zudem [ver-]bergen meine arbeiten collagenhaftes: alte photos, ausschnitte aus büchern + zeitungen und gefundene stoffe wie baumrinde, holz, brüchiges metall, pflanzen etc. welche ich in die werke einarbeite: denn im besonderen steht auch das verwendete material einfach für sich: dieses ist oft inspiration und kunststoff an/in sich. so ist denn mein atelier auch eine art laboratorium: ich forsche. ich suche. und entdecke.

Oliver Zabel ist ein Zeitreisender, ein Wandler der in die 1960er Jahre der Künstler der Objektkunst geboren wird. Ihre Geschichte umfasst eine vielfältige Ausdrucksskala, die von der absurd – poetischen Materialmontage des Dadaismus über Materialhappenings und Assemblagen der Pop-Art bis zu den heutigen Rauminstallationen reicht. Die Arbeiten von Oliver Zabel sind inmitten dieser Skala einzuordnen. Für seine Installationen, Objekte und Collagen findet und sammelt er banale, scheinbar wertlose Dinge und bringt sie in einen gegenwärtigen Zusammenhang. Die alltägliche Schönheit der Fundstücke ordnet er in seinen Arbeiten zu einer neuen ästhetischen Einheit an. Durch die veränderte Wahrnehmung werden sie dort zu poetischen und ironischen Inszenierungen des Alltäglichen.